Ich habe zwar langsam das Gefühl das ich zum alten senilen Nörgler werde, aber das muss ich jetzt doch mal anbringen. Das interessiert wahrscheinlich niemanden, aber ich bin dann wenigstens erleichtert. In den letzten Wochen regt mich etwas gewaltig auf, nicht das wir mit Podcasts und Vlogs nicht schon ertränkt werden, jetzt muss auch noch jedes “normale” Blog anfangen “lustige” Videos zu sammeln. Google Video, Youtube und anderen sei es verdankt. Jedes noch so dämliche degenerierte digitale Halbstück muss an die Öffentlichkeit gezerrt werden. Continue reading…
wofür ich die Blogosphäre liebe
ist die Tatsache, dass Blogs, ungleich schneller als jedes andere Medium, in der Lage sind Sachverhalte zu thematisieren und bei Notwendigkeit diese auch mit immensen Druck in andere Bereiche zu kommunizieren. Der neueste Fall um Transparency International und die Bloggerin moni zeigt wieder ein Mal zu welcher Kür eine aufgebrachte Internetgemeinde in der Lage ist. Das es dabei starke Anleihen zu dem klassischen Kampf David gegen Goliath gibt ist dabei eine verstärkendes Element. Nachdem innerhalb von 4 Tagen fast das gesamte nationale Bloggerumfeld erreicht wurde und die ersten Reaktionen aus dem Ausland kommen steht der moralische Sieger bereits nach der ersten Runde fest, die Blogosphäre und das mittlerweile nicht das erste Mal.
Egal wie die Geschichte am Ende dann rechtlich geregelt wird, eines ist sicher, der Verein T.I. hat ein großes Problem. Der Imageverlust, die Negativpresse, die unangenehme Wahrnehmung in Bezug auf den Vereinsnamen sind Punkte die keine bezahlte kostenpflichtige Abmahnung je wettmachen könnte. Schlimmer noch, ein Verein der zu einem Teil aus freiwilligen Spenden finanziert wird und sich Ethik und soziale Kompetenz ans Vereinsschild heftet, arbeitet nach meinen Gefühl mit Methoden wie eine drittklassige Hinterhoffirma, die dringend etwas zu verbergen hat. Die weiße Weste ist damit verunreinigt und die Flecken sitzen tief und zahlreich. Aus Fehlern anderer lernt man? Wohl nicht, denn wiederholt tappt ein Unternehmen in die PR-Gau-Falle, bei dem Versuch ungeliebte Meinungsäußerungen über juristische
Großmäuligkeit verschwinden zu lassen. Wiederholt glaubte man, dass die bloße Drohung und das herumfuchteln mit rechtlich nicht haltbaren Scheintatsachen den David schon ruhigstellen wird. Längst sollte die “andere Seite” wohl begriffen haben, dass der Revolver mit dem auf die Blogosphäre geschossen werden soll an der Mündung verschweißt ist. Das beruhigt mich ungemein, auch das sich die Bloggergemeinde in solchen Fällen auf ihre Stärken besinnt. Geschwindigkeit, Masse, Meinungsmacht, egal wie zukünftige Fälle in dem Bereich gelagert sein mögen, liebe Unternehmen, Abmahner und Droher, die Win-Win Konstellation ergibt sich immer bei den Anderen, den vermeintlich Schwächeren, den zu Unrecht Beschuldigten. Schreibt das euch in die interne Firmenfibel, sonst seit ihr nur die nächste Nummer in der Jambaliste