6 Tage 1

Posted by Bon Anza on February 13, 2006

ist es her seit dem letzten Lebenszeichen von hier. Grund genug mal über die Spanne “6 Tage” nachzudenken. Die schnöden Pragmatiker, wie ich zum Beispiel, sehen in 6 Tagen ganz einfach ein Spanne von 6 x 1 Tag. Praktisch eine Woche oder 0,02% der durchschnittlichen Lebenserwartung eines mitteleuropäischen Mannes. Mensch, alles kein Beinbruch. Was sind schon 6 Tage?

Aber mit so einer Spanne lässt sich noch eine Menge mehr anfangen. Man könnte sich 6x betrinken, 6x kleine Figuren in den Schnee pinkeln, 18x Sex haben, sich 6x mal verlieben, 6x Weckerklingeln ignorieren, 152x den Nachbarskindern die Klauenseuche an den Hals wünschen, 6 x Schnee schaufeln, 12x Eis kratzen, 1x bei Mutti anrufen, 6x Mutti’s Anruf ignorieren, 1x Kontostand kontrollieren (ohje ohje) und 1x bescheuerte Lebenszeichen verfassen.

In einem Blog sind 6 Tage (danke Moritz) natürlich ein kleine Ewigkeit. In Kleinbloggersdorf sind 6 Tage nicht als 6x 24h Stunden zu sehen, sondern als gefühlte Potenz dieses Zeitraumes. Ein nicht täglich geführtes Blog ist uninteressant, denn schon am dritten Tag des ergebnislosen Besuches drängt sich der Verdacht eines short death auf. Wenn nix passiert gibt es auch keinen Grund es am vierten Tag nochmal zu probieren. Das Dorf beherbergt doch Unmengen an Bloggern die mehrmals täglich updaten, manche so gar im Stundentakt. Massive Impact. Das sind oft auch gleichzeitig Stars und Sternchen. Schreib viel, oft und regelmässig und du wirst gelesen werden. An dieser einfachen Rechnung hat sich bis jetzt nichts grundlegendes geändert. Aber auch wenn man nicht sein Blog beackert hat man genug zu tun:

In 6 Tagen verbraucht jeder Deutsche durchschnittlich: 0,23 kg Fisch, trinkt 1,97 Liter Bier und benötigt 1 Schmerztablette, führt 24 Tassen Kaffee zu sich, produziert 149kg Co², fährt dann 180 km mit dem Auto um Beispielsweise 3 mal Sex zu haben und dabei 600 Kilokalorien zu verbrauchen nachdem er 1,06 h im Stau gestanden hat, 31,23 Liter Mineralöl verbraucht und sich vorher mit 3,61 Eiern gestärkt hat. Er ißt danach 0,5 kg Tiefkühlkost und benötigt mindestens 0,06 m Zahnseide im Anschluß. Verzehrt dann dummerweise wieder 0,52 kg Süßwaren und trinkt 1,8 liter Mineralwasser weil er Durst hat. 3744 Liter Sauerstoff braucht er um 6,6% eines Tropenbaumes zu vernichten und sich 0,19 kg neue Kleidung anzuschaffen. Wacht 168 Mal in der Nacht auf ohne das er davon weiß und schwitzt dabei 7 Liter, womöglich Angstschweiß. Und übrigens Angstschweiß ist das deutsche Wort mit den meisten Konsonanten in Folge. Den bekomme ich auch wenn ich höre das 70.000 Australier, laut Volkszählung und Frage nach ihrer Religion, Jedi-Ritter sein wollen und man sich in Uruguay nur duellieren darf wenn man registrierter Blutspender ist. Zum Schluss noch ein bisschen Schmuddelcontent: Bachforellen können den Orgasmus vortäuschen und die meisten Giraffen sind bisexuell. Wer jetzt denkt ich schlage lieber mit dem Kopf gegen die Wand, nur zu, das verbraucht immerhin 150 Kalorien pro Stunde.

Man sieht ich hatte genug zu tun die letzten Tage.  

Erster Testeintrag

Posted by Bon Anza on February 09, 2006

ja genau, Schluss, Aus und vorbei. Nach längeren Überlegungen habe ich mich entschlossen die Bon Anza Rundschau in der jetzigen Form nicht mehr weiterzuführen. Jetzige Form bedeutet in diesem Sinne auf der Geeklog Basis. Ich würde doch niemals aufhören zu bloggen. Ich werde umziehen, zu Wordpress und einer funktionierenden Community und Entwicklergemeinde. Ich habe früher schon mit Wordpress gebloggt, wollte aber mit Geeklog mal einen längeren Zeitraum arbeiten. Mein Fazit ist jetzt nicht so schlecht wie es die Wechselgedanken vermuten lassen. Continue reading…

Leute heute

Posted by Bon Anza on February 05, 2006

Die 5 regelmäßigen Leser meiner Unart wissen das ich wohl eher ein Routinetier bin, zumindest was meine Orte des Amusements betreffen. Die Jungs und ich haben uns mal wieder aufgerafft in das Abenteuer Nachtleben zu tauchen. Weil ich ja eben so nen Typ bin der es immer so schön gleich hat sind wir natürlich wieder in der Pufferbar gelandet. Das ist ja auch nicht schlimm, weil in der Bar es ja auch immer so schön puffert. Da trifft man sich, da setzt man sich oder steht allein in der Ecke. Wir waren ein bissl spät dran, weil uns Didi Knoblauch aufgehalten hat. Ja genau, das Typ, der früher gefangen im Körper einer Frau, jetzt anderen das Autofahren lernt. Weil das Ihn so mal gar nicht ausfüllte musste es auch noch DSDS sein. Eigentlich steht dieses Format ja in meiner must-see-Rangliste noch hinter der Supernanni, aber er kommt halt aus Senden, was ein paar gespuckte Kilometer von hier weg ist, und einer der Jungs musst das sich unbedingt ansehen. Nachdem Didi ausgeswingt und fertig mit Arsch wackeln war, war es halt etwas später und wir mussten nun halt mit Stehsitzplätzen vorlieb nehmen. Mensch, aber alles kein Beinbruch, der Typ der nach B-Jugendtrainer und geschätzte 43 Jahre aussieht steht auch immer.

Das Publikum ist ja der eigentliche Reiz an diesem Ort. Die Indiejugend vom Dorf, die sich mit zuviel Caipie maßlos selbst überfordert, ist hier genauso am Start wie die harten Dauerassis oder die Typen die mir beim pissen zuschauen und danach bescheuerte Sprüche an die Klofliesen schreiben. Übrigens, neuester Spruch auf dem Separee:

“Vögel niemals die Tochter deines Nachbarn, es könnte deine Eigene sein.”

Huh, da musst ich dann doch ein paar Mal drüber sinnieren. Egal. Ja und die Erstsemester auch noch, so nen ganz spezielles Völkchen, die sind immer so enorm easy und relaxt. Ich bin ja der Meinung dass das alles nur Show ist. Meistens ist das die Zeit in denen die das erste mal ne Hose an haben die seit 3 Tagen nicht gewaschen ist, die Haare revoluzzermässig nen Tag nicht kämmen und der Schlüpper der Mädels ist geblümt, Aber das weiß ich nicht genau, ist nur so ne Vermutung. Zumindest wird ganz hart am Image gefeilt, warum auch immer. Die Steigerung dazu sind dann die Viertsemester, die sich vom dämlichen Usus des Erstsemesters nicht lösen konnten, dann an mir mit einen Bio-Kopftattoo (?!) vorbeilaufen und tun als wären sie Doherty mit einer Überdosis und dann Africola ordern. Yeah, straight forward baby.

Trotzdem gibt es fast keinen Abend an dem ich mich nicht fast verliebe. Diese Mitte-Endzwanzigerinnen, mit der Gelassenheit ihrer Reife und der überwältigenden Austrahlung ihrer Omnipräsenz. Die machen weder Show noch sind sie hyperaktiv. Die ruhige Schönheit, die natürliche Ausstrahlung, die Unaufgeregtheit und das vollkommene Wesen. Ich erkenne das schon an der Rückansicht, an der Art wie sie ihre Haare tragen. Überhaupt, an den Haaren kann man Typen erkennen, genauso wie an Schuhen oder der Art wie sie sitzen. Aber an den Haaren ganz besonders. Die drehen sich um und bestätigen diese Hypothese. Echt mal.